Barrierefreie Schriften


Barrierefreie Schriften

Gibt es barrierefreie Schriften?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Leserlichkeit einer bestimmten Schriftart hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab. Darunter:

  • Das Übertragungsmedium (z.B. ein Bildschirm oder Papier)
  • Der Abstand zum Medium
  • Die Beleuchtungssituation
  • Das Kontrastverhältnis zwischen Text- und Hintergrundfarbe
  • Die Schriftgröße
  • Die Strichstärke
  • Die Laufweite
  • Der Zeilenabstand
  • Die Komplexität der Schriftart (Serifen, Schreibschrift, etc.)

Neben diesen Umgebungs- und Formatierungsmerkmalen spielt jedoch eine weiterer Aspekt eine zentrale Rolle:
Die Vertrautheit der Schriftart. Ist ein Leser eine bestimmte Schriftart besonders gewohnt, fällt ihm das Lesen von Texten in dieser Schrift im Vergleich zu anderen Schriften häufig leichter. Etablierte Schriftarten werden, nicht zuletzt deswegen, oftmals als gut leserlich empfunden. Weitere beeinflussende Faktoren, die z.B. aufgrund einer Lese- oder Sehbehinderung hinzukommen können, sind sehr vielfältig und oftmals unterschiedlich stark ausgeprägt. In diesem Bereich ist die Datenlage so dünn, dass kaum allgemeingültige Anforderungen formuliert werden können.

Für Personen mit Dyslexie wurden bereits erste Schriftarten entwickelt, die besonders gut leserlich sein sollen. Diese können jedoch z.B. für Personen mit Sehbehinderungen vollkommen nachteilig sein. Das zeigt, dass sich die Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen auch durchaus widersprechen können und weshalb es so schwierig ist, eine allgemeingültige Definition für barrierefreie Schriften zu formulieren.

Kursivstellung

Ein Grund weshalb oftmals empfohlen wird, dass Formatierungen wie Kursivstellung oder Fettdruck nur sparsam eingesetzt werden sollten, ist dass diese die Anpassbarkeit von Textinhalten einschränken können. So kann es vorkommen, dass diese bei benutzerdefinierten Ansichtseinstellungen nicht richtig dargestellt werden können. Bei etablierten Schriftarten ist dies allerdings selten.

Was die Kursivstellung von Texten im Allgemeinen betrifft, gibt es Studien die zeigen, dass diese die Lesefähigkeit von Personen mit Dyslexie/Legasthenie negativ beeinflusst. Allerdings wurden als Vergleichsobjekt ganze Textabschnitte und keine einzelnen Wörter herangezogen, sodass dieses Ergebnis nicht repräsentativ auf alle Textelemente übertragbar ist. So könnte die Kursivstellung kürzerer Textelemente wie z.B. Überschriften, Zitate oder Hervorhebungen von einzelnen Wörtern innerhalb eines Textabschnittes dennoch vollkommen unproblematisch sein. Hinzu kommt, dass sich der Einsatz unterschiedlicher Stilelemente zur Hervorhebung wichtiger Informationen etabliert hat und daher eine gewisse Erwartbarkeit mit sich bringt. So kann sich etwa die Kursivstellung von Textinhalten durchaus positiv auf die empfundene Wichtigkeit der Inhalte auswirken. Diese fallen im Vergleich zu anderen „normal formatierten“ Inhalten letztlich mehr auf.

Aufgrund dessen geht aus den Richtlinien der WCAG lediglich eine Empfehlung zum Verzicht auf Kursivstellung ganzer Textblöcke hervor. Gleichzeitig geht daraus allerdings auch hervor, dass unterschiedliche Stilelemente, wie Kursivstellung oder Fettdruck, zur Kennzeichnung bzw. Hervorhebung wichtiger Inhalte verwendet werden können.

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